Unfreiwillig ins Abenteuer

Nicht immer wählen wir unser Abenteuer aus freien Stücken. Manchmal wirft dir das Leben Prügel zwischen die Beine und zwingt dich zur Veränderung. So wie mich vor wenigen Tagen.

Ich lebe mit meinem Mann seit 9 Jahren in einem gemieteten Teil eines Bauernhofes. Als ich damals den unbefristeten Vertrag unterschrieben habe, war ich Single, hatte meinen Hund Honey und zwei Katzen. Ich war glücklich über meinen kleinen Garten und meine freundlichen Vermieter.

Anfang letzter Woche passierte jedoch das unerwartete: Meine Vermieterin teilte mir mit, dass ihr erwachsener Sohn zurück an den Hof ziehen will und sie den Teil, der an mich vermietet war, nun wieder bräuchte. Wir haben jetzt ein Jahr lang Zeit ein neues Zuhause für uns, unsere drei Hunde, zwei Katzen und Hühner zu finden.

 

Ungefragte gute Ratschläge

Anfangs war ich geschockt und habe mich über die Kommentare von Bekannten geärgert „Ja, das passiert halt, wenn man auf Miete wohnt.“ Natürlich hat meine Vermieterin das Recht ihren Eigenbedarf durchzusetzen, ich bin ihr noch nicht einmal böse. Viele verstehen, nicht dass wir ohne Kinder keinen Sinn im Kauf eines Hauses sehen, noch dazu, da mir mein Elternhaus schon zur Hälfte gehört. Daher ganz ehrlich: Was soll ich mit zwei Häusern?

Was mich besonders an den Kommentaren ärgerte: Warum glauben andere mir „gute Ratschläge“ geben zu können? Warum sollte ich mich rechtfertigen dafür, dass ich auch nach dieser Erfahrung kein Haus kaufen will?

Als der erste Schock sich gelegt hatte, wurde mir klar: Ich muss mich – unfreiwillig – dem Abenteuer stellen ein neues Zuhause zu finden. Ich muss einen Haushalt, ein Büro und einen Garten übersiedeln, ganz zu schweigen von den Tieren.

Das ist keine Kleinigkeit. Ich könnte mich jetzt hinsetzen und fluchen, mich in Selbstmitleid suhlen oder mich der bevorstehenden Anstrengung verweigern. Doch das bringt nichts.

Keine Vogel-Strauß-Politik

Ich beobachte bei einigen in meiner Umgebung, dass sie krampfhaft versuchen an etwas festzuhalten, statt es anzupacken.

Da bin ich anders gestrickt: Ich habe am nächsten Tag nach der Hiobsbotschaft angefangen Freunde und Nachbarn über unsere Situation zu informieren. Ich habe sie gebeten Augen und Ohren offen zu halten. Habe Freunde, die vor kurzem übersiedelt sind, gebeten ihre Umzugskartons nicht wegzuwerfen.  Schon nächste Woche hole ich die ersten Kartons und lagere sie im Keller.

 

Eine Chance auf Verbesserung

Ich sehe die Situation als Chance auf Verbesserung und hoffe einen neuen Hof in der Gegend zu finden, der eine größere Wohnfläche hat, damit ich mein langersehntes Atelier einrichten kann. Ich hoffe auf einen größeren Garten, wo ich noch mehr Gemüse anbauen kann, meine Hühner einen größeren Freilauf bekommen und ich zwischen Obstbäumen meine Hängematte aufhängen kann.

Ich bin nicht als Opfer der Situation, sondern ich versuche sie bestmöglich zu gestalten.

Wenn auch du unfreiwillig in ein Abenteuer gestoßen wirst, lade ich dich ein, dich schreibend mit folgenden Fragen zu befassen:

  • Welche Chance birgt diese Veränderung für mich?
  • Was wird durch dieses unfreiwillige Abenteuer möglich, was bisher unmöglich schien?
  • Was kann ich in dieser Situation lernen, dass mich in Zukunft stärker macht/ mich weiter bringt?

 

Nimm das Abenteuer an, hör nicht auf ungefragte „gute Ratschläge“ und mach das Beste draus!

Herzlichst

 

Michaela

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